Das Regionale Integrationskonzept (RIK)

Regionales

 
Integrationskonzept
 

 

für die Schulen im Bereich

des Förderzentrums der Schule am Alten Postweg

 

 

•1.     Vorbemerkungen

1.1.     Förderzentrum Schule am Alten Postweg

  

•2.     Ziele und Aufgaben

2.1.     Ziele für die Schüler bzw. deren Eltern

2.2.     Ziele und Aufgaben für die Grund- und Förderschullehrer

  

            3. Organisationsstruktur

•3.1.          Standortbildung

•3.2.          Personelle Ausstattung

•3.3.          Sächliche und räumliche Ausstattung

•3.4.          Abbruchkriterien

 

4. Inhaltliche Ausgestaltung

•4.1.                      Prävention

•4.2.                      Unterrichtsorganisation

•4.3.                      Überprüfungen

•4.4.                      Leistungsbeurteilungen / Leistungsbewertungen

 

           5. Formen der sonderpädagogischen Förderung

 

 

6.Bedingungen der Grundschulen in der SG Am Dobrock

6.1                   Grundschule Oberndorf

6.2.                  Grundschule Wingst

 

7. Bedingungen der Grundschulen in der SG Hemmoor

7.1.                  Grundschule Osten

7.2.                  Grundschule Basbeck

7.3.                  Grundschule Hechthausen

  

1. Vorbemerkungen

Das Einzugsgebiet der Schule am Alten Postweg umfasst die Gemeinden: Alt-Hemmoor, Basbeck, Cadenberge, Hechthausen, Hemmoor, Börde Lamstedt, Oberndorf, Osten und Wingst.

Die Schule am Alten Postweg mit dem Schwerpunkt Lernen ist zuständig für 7 Grundschulen und zwei kombinierte Haupt- und Realschulen.

Für die Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf geistige Entwicklung besteht die Möglichkeit einer Beschulung an der Schule für Geistige Entwicklung in Bad Bederkesa. Als Förderzentrum für die Bereiche des Mobilen Dienstes unterstützen KollegInnen der Schule am Alten Postweg Schülerinnen und Schüler mit Auffälligkeiten im emotionalen und sozialen Bereich im Landkreis Cuxhaven.

  

1.1. Förderzentrum Schule am Alten Postweg

89 Schülerinnen und Schüler besuchen im Schuljahr 2010/2011 die Förderschule in Hemmoor. Sie werden in neun Klassen unterrichtet. Zudem wird ein Schüler innerhalb einer Integrationsklasse unterstützt. Es arbeiten 18 Lehrerinnen und Lehrer an der Schule am Alten Postweg.

Die präventive Arbeit in den Förderbereichen Lernen, Sprache und Verhalten ist bereits seit mehreren Jahren fester Bestandteil der Arbeit an der Förderschule in Hemmoor und in den Grundschulen ihres Einzuggebietes. Mit Beginn des Schuljahres 2010/11 haben sich sie Grundschule Oberndorf und die Grundschule am Wingster Wald gemeinsam mit der Förderschule am Alten Postweg auf den Weg der inklusiven Beschulung gemacht und haben ein Teil-RIK auf den Weg gebracht. Insgesamt zweiundzwanzig Förderschullehrerstunden gehen in diese beiden Grundschulen.

  

2. Ziele und Aufgaben

2.1. Zielsetzung der Schulen:

Sonderpädagogische Förderung und Prävention:

Ø               Prävention im 1. und 2. SJ im Bereich LE (Lernen). ES (Emotional-Sozial) u. SR (Sprache)

Ø               Förderung von Kindern mit Teilleistungsschwächen sowohl im Klassenverband als auch in der Kleingruppe 

Ø               individuelle Förderung der Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen LE, ES und SR sowohl im Klassenverband

                 als auch in der Kleingruppe

Ø               nach Bedarf Beratung der Grundschulkollegen

 

 2.2. Ziele für Schüler bzw. deren Eltern

Die sonderpädagogische Grundversorgung der Grundschulen im Bereich der Förderschule am Alten Postweg kann Wohnortnähe und Passung sonderpädagogischer Hilfen sowie Prävention sicherstellen. Der Schule am Alten Postweg werden für die Förderung von Schülern mit Problemen beim Lernen, im emotionalen und sozialen Bereich, in der Sprache und beim Sprechen  in den Grundschulen dauerhaft zusätzliche Stunden sonderpädagogischer Förderung zur Verfügung gestellt. Eine Überweisung in die Förderschule ist damit für die Schüler und Schülerinnen, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf in diesen Schwerpunkten haben, in der Regel nicht erforderlich. Das regionale Integrationskonzept hat zum Ziel, alle Kinder mit den Beeinträchtigungen des Lernens möglichst wohnortnah in Grundschulen zu beschulen (Umsetzung des §4 NSchG). Im gemeinsamen Unterricht zwischen behinderten und nichtbehinderten Kindern bietet sich für alle Kinder die Chance des Lernens voneinander (positive Vorbilder), der Ausbau sozialer Kompetenz und Akzeptanz untereinander.

Berührungspunkte untereinander, auch im außerschulischen Bereich, wären durch eine relative Wohnortnähe eher gegeben, als es zurzeit möglich ist:

Ø               Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf müssen nicht mehr lange 

                  Fahrweg auf sich nehmen

Ø               die Möglichkeit sozialer Kontakte - auch außerhalb der Schulzeit - ist eher

                  möglich (relative Wohnortnähe)

Die für eine Umsetzung eines regionalen Integrationskonzeptes erforderlichen personellen, organisatorischen und sachlichen Voraussetzungen sollen als Grundlage dazu dienen, dass dem individuellen sonderpädagogischen Förderbedarf des einzelnen angemessen entsprochen werden kann.

 

Aufgrund rechtzeitiger Förderdiagnostik und Beratung vor Ort kann einer möglichen sich manifestierenden Lern-, Sprach- oder Verhaltensauffälligkeit durch präventive Förderung entgegengewirkt werden.

  

2.3. Ziele und Aufgaben für die Grund- und Förderschullehrer

Für die beteiligten Lehrkräfte der Grund- und Förderschulen bedeutet die Umsetzung eines regionalen Integrationskonzeptes eine Veränderung ihrer bisherigen Berufspraxis:

Ø               Integrativer Unterricht und Kooperative Maßnahmen haben Vorrang vor äußerer Differenzierung.

Ø               Die unmittelbare Nähe zum Grundschullehrstoff ermöglicht eine stärkere Durchlässigkeit der Systeme. 

Ø               Abhängig von Lernzielen und Förderbedürftigkeit einzelner Schüler bzw. Kleingruppen müssen Möglichkeiten im Wechsel der Unterrichtsformen genutzt werden.

Ø               Die Förderung schwächerer Schüler erfolgt sowohl auf zielgleicher (bei Teilleistungsschwächen zur Prävention) als auch zieldifferenter Ebene (nach Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs).

Ø               Die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten wird durch die Grund- und Förderschullehrkräfte gemeinsam geleistet. Die relative Wohnortnähe und die gemeinsame Unterrichtspraxis begünstigen diesen Prozess.

Ø               Den Lehrkräften beider Schulformen bietet sich durch die enge Kooperation miteinander eine für das einzelne Kind basisbezogene Förderung auf dem Hintergrund der aktuellen Lernausgangslage.

Ø               Die Dokumentation der individuellen Lernentwicklung und das Abfassen von pädagogischen Förderplänen wird von den Grundschullehrkräften übernommen. Die Förderschullehrkraft kann beratend hinzugezogen werden. Die Förderpläne für Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf werden von Förderschullehrkräften erarbeitet.

 

 3. Organisationsstruktur

3.1. Standortbildung - Bereitstellung der Förderschullehrerstunden

Die Zuweisung von Förderlehrerstunden erfolgt auf der Basis des Runderlasses des MK vom 01.02.2005. Dies sind zwei Wochenstunden sonderpädagogische Förderung pro Grundschulklasse. Dieses Stundenkontingent wird der Förderschule Hemmoor zugewiesen. Die personale und zeitliche Zuordnung erfolgt nach Absprache mit den Grundschulen und dem Förderzentrum im Bereich der Schule am Alten Postweg. Jede Grundschule erhält 80% der zur Verfügung stehenden Förderschullehrerstunden. Die beteiligten Schulleitungen regeln einvernehmlich die Verteilung der verbleibenden 20%. Die Verteilung kann nach bestimmten Kriterien (z.B. Klassengröße, Sprach- Verhaltensauffälligkeiten, Bedarf an zieldifferentem Unterricht, Anzahl von Schülerinnen und Schülern mit festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf) erfolgen.

 

3.2. Personelle Ausstattung

Ø               Eine optimale Unterrichtsversorgung der am regionalen Integrationskonzept beteiligten Grund- und Förderschulen muss gesichert sein, um den Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf pädagogisch gerecht zu werden. Die zusätzliche  Versorgung mit Förderschullehrern darf nicht zu einer gegenseitigen Vertretungsreserve führen.

Ø               Die Förderschullehrkräfte können in Ausnahmefällen in denjenigen Klassen Vertretungsunterricht erteilen, in denen sie fest eingeteilt sind. Diese Maßnahmen sind mit der Schulleitung der Förderschule im Vorfeld abzusprechen.

Ø               Möglichkeiten für Fortbildungen, regelmäßige Teambesprechungen müssen berücksichtigt werden.

Ø               Die Arbeit der Lehrkräfte erfordert ein hohes Maß an Kooperation untereinander (Grobplanung, Förderpläne, Elternarbeit, gemeinsame Aktivitäten).

Ø               Die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden auf die Schülerzahlen der Grundschule angerechnet.

Ø               Die Förderschullehrkräfte gehören zur Schule am Alten Postweg und arbeiten im Sinne von Abordnungen an der entsprechenden Grundschule.

Ø               Am Ende eines jeden Schuljahres beraten die Leitungen der Grundschulen und der Förderschule über die zukünftige Verteilung der Förderschullehrstunden für das darauf folgende Schuljahr. Hierzu müssen

· die aktuellen Zahlen der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an

   den jeweiligen Grundschulen,

· die Gesamtschülerzahlen der Grundschulen,

· die Anzahl der gebildeten Klassen pro Jahrgang,

·besondere regionale Bedingungen

Berücksichtigung finden.

 3.3 Sächliche und räumliche Ausstattung

Für die Förderarbeit ist geeignetes Material zur Verfügung zu stellen. Hierfür ist ein eigener Etat in den Haushalten der Grundschule bereitzustellen. Darüber hinaus müssen geeignete Räumlichkeiten in den Grundschulen bereitgestellt werden.

  

3.4 Abbruchkriterien

Als Faktor, der zu einem möglichen Abbruch bzw. Auslaufen des Modells führen könnte, wäre zu nennen:

Ø               Eine verlässliche Versorgung mit zwei Förderschullehrerstunden pro Grundschulklasse ist nicht mehr gewährleistet. Die Unterrichtsversorgung der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf darf nicht sinken.

Ø               Eine ausreichende Unterrichtsversorgung der beteiligten Grundschulen ist nicht gewährleistet.

Ø               Ausgeschriebene Förderschullehrerstellen werden nicht oder nicht qualifiziert besetzt.

  

•4.    Inhaltliche Ausgestaltung

 

4.1 Prävention

Die zur Verfügung stehenden Förderschullehrerstunden werden nach Absprache mit dem Förderschullehrer unter Berücksichtigung des Verteilungsschlüssels auf die Grundschulen verteilt.

Aufgaben der Förderschullehrer sind:

Ø               Gezielte Förderdiagnostik in Richtung Teilleistungsschwächen/-störungen

Ø               Förderung innerhalb/außerhalb des Klassenverbandes (individuell oder im Rahmen einer Kleingruppe, wobei der gemeinsame Unterricht Vorrang hat).

Ø               Beratung in Richtung weiterführender Fördermaßnahmen für den Grundschullehrer (der hohe zeitliche Aufwand ist hierbei zu berücksichtigen).

 

Es ist darauf zu achten, dass die Förderschullehrerstunden flexibel innerhalb der jeweiligen Grundschule eingesetzt werden, um zeitnah bei Auftreten besonderer Lernschwierigkeiten einzelner Schüler und Schülerinnen reagieren zu können.

 

 4.2. Unterrichtsorganisation

Um eine pädagogisch sinnvolle, auf das einzelne Kind bezogene Förderung zu gewährleisten, sind im Rahmen des Unterrichts nach Absprache zwischen Grund- und Förderschullehrer folgende Organisationsformen möglich:

Ø               Fördern innerhalb des Klassenverbandes im Rahmen offener Unterrichtsstrukturen (innere Differenzierung)

Ø               Fördern außerhalb des Klassenverbandes, einzeln oder in Kleingruppen (äußere Differenzierung)

 

Die Grundschulen streben schulintern an, die jeweiligen Grundschulklassen, in denen Förderschüler integrativ zieldifferent beschult werden, mit nicht mehr als 22 Schülern zu besetzen.

  

4.3. Überprüfungen

An den Grundschulen können nur Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf zieldifferent unterrichtet werden, bei denen im Rahmen des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs im Schwerpunkt Lernen festgestellt wurde. Die Grundschulen melden Schüler und Schülerinnen, bei denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf in den Bereichen Sprache, soziale und emotionale Entwicklung und Lernen vermutet wird, fristgerecht.

Ø               Bei Kindern mit gravierenden Lernschwierigkeiten sollte vor Ablauf der 2. Klasse das Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs eingeleitet werden, um eine zieldifferente Unterrichtung und Beurteilung zu ermöglichen.

Ø               Eine Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs sollte nach Möglichkeit vor Ablauf des 2. Schuljahres erfolgen, spätestens im 4. Schuljahr.

Ø               Am Anfang des 4. Schuljahres werden die Eltern der zieldifferent unterrichteten Schülerinnen und Schüler zu einem Informationsgespräch eingeladen, u.a. um die weiteren Beschulungsmöglichkeiten zu besprechen.

 

4.4. Leistungsbewertung und Leistungsbeurteilung

Die Leistungsbewertung für zieldifferent unterrichtete Kinder wird in der Teamabsprache zwischen den Klassenlehrkräften, Fachlehrkräften und Förderschullehrkraft vorgenommen. Lernzielkontrollen werden diesen Schülern modifiziert und leistungsangemessen angeboten. In Klasse 3 und 4 werden lehrgangsangepasste Lernzielkontrollen durchgeführt. Alle Schüler erhalten das Zeugnisformular der Grundschule.

Unter dem Punkt Bemerkung erfolgt der Vermerk:

Ø               ... wurde nach den curricularen Vorgaben der Förderschule mit dem Schwerpunkt

    Lernen unterrichtet und beurteilt.

Ø               ... wurde im Bereich Sprache sonderpädagogisch gefördert

Ø               ... wurde im Bereich Emotionale und Soziale Entwicklung sonderpädagogisch

   gefördert

  

5. Formen der sonderpädagogischen Förderung

Im RIK sollen folgende Formen der sonderpädagogischen Förderung, die von der Schule am Alten Postweg schon seit vielen Jahren  wahrgenommen wurden, zusammengeführt werden:

 

Sprachsonderunterricht

Bereits seit 1977 können Förderschullehrerinnen und Förderschullehrer auf der Grundlage der Verordnung zur Aufnahme und Überweisung in die Sonderschule vom 5.7.1977 (SVBl. 8/1977 Seite 214 ff) in Grundschulen präventiv tätig werden, um Schülerinnen und Schüler mit einem Förderbedarf im Schwerpunkt Sprache durch Sprachsonderunterricht zu unterstützen. Neben der Diagnostik und der Förderung der Kinder ist die Beratung der Grundschullehrkräfte durch die Förderschullehrkräfte bedeutsam.

 

Zusammenarbeit von Grundschule und Förderschule auf der Grundlage von Kooperationsverträgen

Die positiven Ergebnisse des Sprachsonderunterrichts führten zu einer Ausweitung durch den Erlass über die Zusammenarbeit von Grundschulen und Sonderschulen vom 17.2.1987 (SVBl. 3/1987 Seite 55f). Dieser Erlass ermöglicht einen weitergehenden Einsatz von Förderschullehrkräften in Grundschulen. Er ist durch die Aufgabenstellungen für die Förderschullehrkräfte (Diagnostik, Fördermaßnahmen, Beratung der Grundschullehrkräfte) präventiv ausgerichtet. So soll bereits dem Entstehen von Problemen in den Bereichen Lernen, Sprache und Verhalten entgegen gewirkt werden.

 

Integrationsklassen

Seit 1986 können Kinder und Jugendliche mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf in den Bereichen Lernen und geistige Behinderung Integrationsklassen in allen anderen Allgemein Bildenden Schulen besuchen. Sie werden dort zieldifferent unterrichtet, d.h. sie werden nach den Bewertungskriterien der Förderschule Schwerpunkt Lernen oder der Schule für geistige Entwicklung unterrichtet. Die Lehrkraft der Allgemein Bildenden Schule wird durch eine Förderschullehrkraft unterstützt.

Die bestehenden Integrationsklassen für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung sollen fortgeführt werden.

 

Folgende Formen der sonderpädagogischen Förderung bleiben bestehen:

 

Mobile Dienste

Schülerinnen und Schüler mit einer Hör-, Seh- oder Körperbehinderung, die auf Grund ihrer individuellen kognitiven Voraussetzungen nach den curricularen Vorgaben der allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden und gruppenfähig sind, können zielgleich integriert werden. Für Schülerinnen und Schüler mit einem solchen Förderbedarf werden Mobile Dienste zur Verfügung gestellt. Förderschullehrkräfte mit der entsprechenden fachlichen Qualifikation suchen die Kinder und Jugendlichen in ihren Schulen auf. Diese Lehrkräfte arbeiten sogleich präventiv, indem sie Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf unterstützen und Lehrkräfte und Schulträger beraten.

 

Cuxhavener Beratungs- und Unterstützungssystem CUXBUS

Das CUXBUS steht dem RIK bei Bedarf zur Beratung von emotionalen und sozialen Auffälligkeiten bei Schülerinnen und Schüler zur Verfügung.

 

6. Bedingungen der Grundschulen in der SG Am Dobrock

 

6.1. Wingst

Zur Zeit werden 130 SchülerInnen in 6 Klassen von 9 Lehrkräften unterrichtet. Zum 01.08.2009 ist die Eingangsstufe eingeführt worden. In den 3 Klassen der Eingangsstufe sind jeweils 25 Kinder.

Für den zusätzlichen Förderbedarf im Bereich Lernen erhält die Schule am Wingster Wald 2 Stunden und 2 Kooperationsstunden durch die Förderschule Hemmoor. Die Zahl derjenigen Schüler, die in die Förderschule Hemmoor wechseln ist stark schwankend zwischen 0 - 4 Schüler pro Jahr.

  

6.2 Oberndorf

Die Kiebitzschule in Oberndorf ist eine kleine Schule, deren Schülerzusammensetzung durch die ländliche Region geprägt wird.

Zur Zeit werden 85 SchülerInnen in 4 Klassen unterrichtet. Die 4. Klasse ist eine Integrationsklasse. 7 Stunden werden hier in Doppelbesetzung mit einem Förderschullehrer erteilt. Seit dem Schuljahr 2009/2010 wird in 2 Eingangsstufenklassen jahrgangsgemischt unterrichtet.

Bis 2003 besuchten 2 Kinder die Förderschule für Lernen in Hemmoor. Danach jeweils nur 1 Kind.

Die Kiebitzschule hat ein Förder/Forderkonzept entwickelt und als Schwerpunkt der Fortbildung und qualitativen Verbesserung der Unterrichtsqualität für die nächsten Jahre die Individualisierung und Differenzierung festgelegt. Die räumlichen Gelegenheiten für die Arbeit in Kleingruppen und Einzelarbeit sowie die Ausstattung mit Fördermaterialien sind gegeben.

 

Die Schulvorstände der in das Konzept zu integrierenden Grundschulen Oberndorf und Wingst haben diesem Antrag zugestimmt.

 

Der Schulvorstand der Schule am Alten Postweg mit dem Schwerpunkt Lernen hat am

25. 01. 2010 dem Antrag zugestimmt.

 

 

7. Bedingungen an den Grundschulen in der SG Hemmoor

 

7.1. Grundschule Osten

 

Mit 68 Kindern in 4 Klassen ist die Grundschule Osten zu einer kleinen Schule im ländlichen Raum mit einem großen Einzugsgebiet geschrumpft. Der teilweise sehr günstige Wohnraum hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass viele Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern (bildungsferne Schichten) zugezogen sind. Besonders diese Kinder bedürfen unserer besonderen Beachtung und Förderung. Durch schwierige Lernbiographien liegen diese Kinder häufig im Grenzbereich zum sonderpädagogischen Förderbedarf im Lernen, in der Sprache und im sozial-emotionalen Bereich. Konkret handelt es sich dabei zurzeit um 9 Kinder, wobei  ein Kind einen festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Sprache hat und mit 2 Stunden durch eine Förderschullehrkraft gefördert wird.

 

Für weitere Förderung stehen unserer Schule nur 2 Kooperationsstunden aus der Förderschule Hemmoor zur Verfügung. Diese Stunden werden in Einzel- oder Kleingruppenarbeit sowie als Doppelbesetzung im Klassenverbund erteilt.

 

In den letzten 5 Jahren waren pro Jahr durchschnittlich 2 bis 3 Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf bedacht.

 

Durch das Sinken der Schülerzahlen von 100 auf 68 steht zurzeit genügend Raum zur Kleingruppenarbeit zur Verfügung. Entsprechende Materialien (Lernprogramme) sind überwiegend vorhanden.

 

Der Schulvorstand/die Gesamtkonferenz der Grundschule Osten hat am 20.01.2011 dem Antrag auf das „Regionale-Integrations-Konzept" zugestimmt.

  

7.2 Grundschule Basbeck

 

Im Schuljahr 2010/ 2011 werden an der Grundschule Basbeck 238 Schüler und Schülerinnen in 12 Jahrgangsklassen und dem Schulkindergarten unterrichtet. Die Grundschule ist durchweg dreizügig, wobei die Kinder überwiegend aus der Stadt Hemmoor und den umliegenden Ortschaften kommen.

 

Im ersten Schuljahrgang werden in einer Klasse vier sprachauffällige Schülerinnen unterrichtet, von denen zwei einen festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Hören haben. Die Klassenlehrkraft wird in acht Stunden durch einen Förderschullehrer unterstützt.

Weitere vier Sprachheillehrerstunden werden für Schüler der Klasse 3a eingesetzt.

 

Daneben erhält die Grundschule Basbeck zurzeit vier Förderschullehrerstunden aus der Kooperation mit der Förderschule am Alten Postweg. Diese Stunden werden ebenfalls in der Klasse 3a eingesetzt.

 

Der Förderunterricht wird als Einzel- und Kleingruppenunterricht erteilt.

In der Vergangenheit wurden in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 5 bis 6 Meldungen zur sonderpädagogischen Überprüfung beantragt, von denen durchschnittlich vier beschieden wurden. Den Schwerpunkt bildeten bei den Beeinträchtigungen die Förderbereiche Lernen, emotional- soziale Beeinträchtigung und Sprache.

 

Mit der Einführung des Regionalen Integrationskonzeptes verspricht sich die Schule eine noch intensivere individuelle Förderung, so dass eine Beschulung ausschließlich an der Grundschule das Ziel ist.

 

Der Schulvorstand der Grundschule Basbeck hat auf seiner Sitzung am 17.01.2011 einstimmig die Beantragung des Regionalen Integrationskonzeptes für die Grundschule Basbeck zum Schuljahr 2011/2012 beschlossen.

 

Ein entsprechender Antrag ist dem Schulträger - Samtgemeinde Hemmoor-  am 19.01. 2011 übergeben worden.

  

•7.3            Grundschule Hechthausen

 

An der Grundschule werden derzeit 127 Kinder in 7 Klassen unterrichtet. Ab dem Schuljahr 2011/2012 kann der Unterricht wieder durchgängig in zwei Klassen pro Jahrgangsstufe erteilt werden.

 

Bedingt durch Veränderungen in Gesellschaft und Familie ist während der letzten Jahre zu beobachten, dass immer mehr Kinder Förderung im Lernen, in der Sprache und im sozial-emotionalen Bereich in der Schule benötigen.

 

Derzeit erhalten vier Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf acht Förderstunden in Kooperation mit der Förderschule Hemmoor. Diese Stunden werden in Einzel- oder Kleingruppenarbeit sowie als Doppelbesetzung im Klassenverband erteilt.

 

Der inklusive Unterricht soll ein wichtiger Bestandteil des Unterrichtskonzepts dieser Schule werden.

 

Der Schulvorstand der Grundschule Hechthausen hat auf seiner Sitzung am 19.01.2011 beschlossen, den Antrag auf Einführung der sonderpädagogischen Grundversorgung zu stellen.